Größtes Landesnetzwerk für Frauenmilchbanken in Deutschland gegründet
Nordrhein-Westfalen vernetzt fünf zentrale Humanmilchbanken mit 15 Perinatalzentren – FMBI gratuliert und setzt sich für nachhaltige Rahmenbedingungen ein
NÜRNBERG | 27. März 2026 | In Nordrhein-Westfalen ist das bundesweit größte Landesnetzwerk für die Versorgung von Frühgeborenen mit Spendemilch an den Start gegangen. Fünf zentrale Humanmilchbanken und 15 Perinatalzentren arbeiten künftig zusammen, um gespendete Milch flächendeckend dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird. Die Frauenmilchbank-Initiative e.V. (FMBI) gratuliert allen beteiligten Einrichtungen herzlich.
„NRW macht vor, wie eine flächendeckende Versorgung mit Spendemilch gelingen kann. Dieses Netzwerk ist ein Vorbild – wir ermutigen andere Bundesländer, dem Beispiel zu folgen", sagt Judith Karger-Seider, Vorstandsmitglied der FMBI.
Versorgung ausbauen, Finanzierung sichern
Die FMBI begrüßt die wachsende politische Unterstützung, weist aber zugleich darauf hin, dass die Anwendung von Spendemilch von der Krankenversicherung bislang nicht gesondert refinanziert wird. Um die Versorgung dauerhaft zu sichern, braucht es eine verlässliche Finanzierungsgrundlage.
„Jedes neue Netzwerk ist ein Gewinn für die kleinsten Patientinnen und Patienten. Die FMBI ist aktiv an der nationalen Umsetzung der europäischen SoHO-Verordnung beteiligt und setzt sich dafür ein, dass Spendemilch sicher und verlässlich bei den Kindern ankommt, die sie am dringendsten brauchen", betont Karger-Seider.
Über die Frauenmilchbank-Initiative e.V.: Die Frauenmilchbank-Initiative e.V. ist ein bundesweit tätiger gemeinnütziger Verein. Mitglieder des Vereins sind Ärzt:Innen, Pflegefachkräfte, Hebammen sowie Still- und Laktationsberater:innen, die sich für eine bessere Verfügbarkeit menschlicher Milch einsetzen. Der Verein wurde 1918 gegründet und hat heute rund 210 aktive Mitglieder über ganz Deutschland verteilt.
Über Milchspende: Frauenmilch (auch Spendemilch) bezeichnet, in Abgrenzung zu Muttermilch, die gespendete Milch einer anderen Mutter als der eigenen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und andere wissenschaftliche Fachgesellschaften empfehlen für die Ernährung Frühgeborener mit niedrigem Geburtsgewicht Frauenmilch anstelle von künstlicher Nahrung als erste Alternative zu erwägen, wenn nicht genug Muttermilch zur Verfügung steht. Menschliche Milch hat gegenüber künstlicher Nahrung u. a. Vorteile in der Nährstoffzusammensetzung und für das Immunsystem. Die Milch wird in spezialisierten Einrichtungen, sog. Frauenmilchbanken, gesammelt, getestet, verarbeitet und verteilt. Die erste Milchbank in Deutschland wurde 1919 gegründet, aktuell gibt es 58 Frauenmilchbanken im Bundesgebiet.
Pressekontakt: Dr. Rudolf Ascherl | 0160 94793393 | r.ascherl@fmbi.de