Vom 1. Januar 2021 bis 31.12.2024 lief das vom Innovationsfonds der Bundesregierung finanzierte Projekt NEO-MILK: Muttermilchbanken – Implementierung und Förderung der Laktation auf neonatologischen Intensivstationen. Die Frauenmilchbank-Initiative (FMBI) gehörte neben mehreren wissenschaftlichen Instituten, Kliniken und Krankenkassen zu den Konsortialpartnern. Im Rahmen des Projekts wurden ab 2022 an 15 beteiligten Perinatalzentren ein Stillförderungskonzept umgesetzt und 9 Frauenmilchbanken aufgebaut. Der Einsatz des Versorgungskonzepts wurde wissenschaftlich beobachtet und begleitend evaluiert.

Die FMBI brachte die Expertise der bestehenden Frauenmilchbanken in das Projekt ein. Sie wirkte an der Erarbeitung und Konsentierung (Delphi-Verfahren) eines Standards zur Implementierung humaner Spendermilchbanken in Deutschland mit und teilte Know-how mit Kliniken , die im Rahmen des Projekts aufgebaut wurden.

Der Projektbericht lag Ende 2024 vor und wurde positiv evaluiert.

Am 22.5.2026 wurde der Beschlusstext zum Projekt durch den G-Ba veröffentlicht.
Das Fazit hieraus ist eine Empfehlung für den Transfer in die Regelversorgung:

NEO-MILK – Strukturelle Stillförderung und Aufbau von Humanmilchbanken an neonatologischen Zentren - G-BA Innovationsfonds

Der Innovationsausschuss spricht auf Basis der Ergebnisse des Projekts NEO-MILK folgende Empfehlung zur Überführung in die Regelversorgung aus:

a) Die im Projekt erzielten Erkenntnisse werden an das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und an die Gesundheitsministerkonferenz der Länder (GMK) weitergeleitet. Diese werden gebeten zu prüfen, wie die Projektergebnisse in aktuellen und künftigen Initiativen zur Weiterentwicklung der Versorgung von Frühgeborenen berücksichtigt werden können.

b) Die im Projekt erzielten Ergebnisse werden an das Netzwerk Gesund ins Leben, das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG), die Gesellschaft für Neonatologie und pädiatrische Intensivmedizin e. V. (GNPI), die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG), den Unterausschuss Qualitätssicherung des Gemeinsamen Bundesausschusses, die Deutsche Gesellschaft für Hebammenwissenschaft e. V. (DGHWi), die Deutsche Gesellschaft für Perinatale Medizin e. V. (DGPM) und das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) zur Information weitergeleitet.

Prof. Josef Hecken, der derzeitige Vorsitzende des Innovationsausschusses: „Wir haben heute die Ergebnisse von drei abgeschlossenen Projekten auf den Weg gebracht, sozusagen den Staffelstab übergeben. Es liegt nun an anderen Akteuren, die guten Ergebnisse beispielsweise über Verträge in der Gesundheitsversorgung zu überführen. Beim Projekt NEO-MILK haben wir die sehr erfreuliche Besonderheit, dass die Ergebnisse sogar schon aufgegriffen wurden. In Nordrhein-Westfalen wird auch auf Grundlage des Projekts seit vergangenem Jahr der Aufbau von Humanmilchbanken sowie stillfreundlicher Strukturen über eine Landesförderung unterstützt. Es hat sich also bereits ausgezahlt, dass wir dieses Projekt mit etwas mehr als vier Mio. Euro fördern konnten. Genau solche guten Projektergebnisse hatte auch die FinanzKommission Gesundheit im Sinn, als sie darauf hinwies, dass eine Absenkung der Mittel des Innovationsfonds mittelfristig die Wahrscheinlichkeit senkt, Wege zu finden, die Versorgung zu verbessern beziehungsweise mögliche Effizienzreserven im System zu heben.“

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Projekt-Website und zu Frauenmilchbanken unter Key Facts.

 
 
 

NEO-MILK: Forschungsprojekt zu Stillförderung und Implementierung von Frauenmilchbanken in Deutschland

Vortrag von Dr. Nadine Scholten, Köln, im Rahmen des Webinars Frauenmilchbanken: gestern, heute, morgen vom 27. März 2021